youweb24tv Kino News Hotel Lux Der Komiker und Parodist Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) muss 1938 mit falschen Papieren aus Nazi-Berlin fliehen. Eigentlich träumt er von Hollywood, doch dann landet er in Moskau und gerät in das berüchtigte Exilantenhotel LUX. Es ist der Zufluchtsort kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland. Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins Machtapparat. Zu seiner Überraschung trifft Zeisig im LUX auch seinen früheren Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten) wieder, die beide fest an das Gute im Kommunismus glauben. Für die drei Freunde beginnt ein Abenteuer auf Leben und Tod.
Dunkle Limousinen, fahren heran Wirtschaftsbosse, Bonzen und der ganze Clan Die Weltelite, alle auf einem Fleck Bullenschweine, schützen ihr Versteck Vor uns, vor dem Volke, werden sie isoliert Denn die Sicherheit der Kapitalisten ist garantiert Doch was ist mit uns, welchen Schutz haben wir? Haben sie sich jemals gefragt „warum sind wir eigentlich hier?” Oder ist euch das alles scheißegal? In diesem riesigen Machtapparat Wird das Leben schwerer Tag für Tag Und wie es aussieht könnt ihr ewig so agieren Die Ordnung erprügeln, den Todesschuss legitimieren Chorus: Carlo Guilliani – ist tot Carlo Guilliani – ist tot Erst gabs zwei Schüsse in den Kopf Dann mit dem Auto darüber gefahrn Das heißt ein Leben ist nichts wert Nur um eure Macht zu wahrn In welchem Verhältnis steht ne Knarre Zu nem Feuerlöschgerät Erspart euch eure Meinung Für Carlo kommt sie eh zu spät Seattle, Göteborg, Genua, doch wir machen weiter, wir sind noch da Und wenn wir wiedermal zu viele sind, dann werdet ihr wohl auf uns schießen Doch für keinen der von euch verreckt, werden wir auch nur eine Träne vergießen
Wolf Biermann Warte nicht auf bessre Zeiten (1973) 09 – Ballade für einen wirklich tief besorgten Freund Und wusch ich mit Liedern die brennenden Wunden Wer hat sie gerissen? Na, ich doch wohl nicht! Und hab ich Geschwüre am Staats-Steiß gefunden Erfunden, mein Freund, habe ich sie doch nicht! Und ich bin, verflucht nochmal, ein Verbrecher Weil ich auch von unsern Verbrechen bericht? Bin ich denn der Finsterling, weil ich, du Leuchte In all dieser Finsternis schreie nach Licht? Was hast du im Schädel? Dreck oder Stroh? Du, bist du so dumm? — Oder tust du nur so? Du sagst uns: Es nütze dem Klassengegner Wenn wir Kommunisten den eigenen Staat Ausmisten und dabei noch Spottlieder gröhln Auf den dschugaschwilischen Machtapparat Du, rat mal: Wem nützt es, den Klassenfeinden Oder etwa dem Proletariat Wenn jeder, der hier mal die Wahrheit küßte Sofort einen Knebel im Zahnfleisch hat? Was hast du im Schädel? Dreck oder Stroh? Du, bist du so dumm? — Oder tust du nur so? Du sagst uns: Du seist ja im Grund deines Herzens Ein Kommunist und auf unserer Seit Wir seien nur bißchen zu weit gegangen Womöglich auch bißchen aus Eitelkeit Mein Lieber, das kommt von der Arbeitsteilung: Der eine schweigt, und der andere schreit Wenn solche wie du entschieden zu kurz gehen Dann gehn eben andre ein bißchen zu weit! Was hast du im Schädel? Dreck oder Stroh? Du, bist du so dumm? — Oder tust du nur so? ZUEIGNUNG Die Ballade ist gewidmet jenen sogenannten guten Wirklich tief besorgten Freunden … Video Bewertung: 0 / 5